Das detaillierte und dynamische Bewertungssystem von Prewave ermöglicht es Unternehmen, Risiken proaktiv zu managen, fundierte Entscheidungen zu treffen und die Einhaltung regulatorischer Anforderungen sicherzustellen. Alle auf der Plattform angezeigten Scores reichen von 1 bis 100. Die Score-Einstufung folgt immer der gleichen Logik, wobei eine Punktzahl von 100 "geringstes erkanntes Risiko" bedeutet und eine sinkende Punktzahl eine Anhäufung von Risikoindikatoren darstellt.
Der Graph des 360°-Risk-Score zeigt den Trend der Risikobewertung der letzten zwei Jahre und ermöglicht so die Verfolgung von Verbesserungen oder Verschlechterungen im Risikomanagement.
Grad der Einflussnahme (Degree of Influence):
Kausaler Verursachungsbeitrag, z.B.: Als alleiniger Abnehmer eines Produkts, das potenziell gefährliche Inhaltsstoffe enthält, trägt Ihr Unternehmen eine erhebliche Verantwortung.
Selbstdefinierter numerischer Wert im Datenreiter des Lieferanten
Entspricht einer Erhöhung des Impact-Wertes um +1
Die Handlungspriorität (Action Priority) ist ein Maß zur Bestimmung der Intensität und Dringlichkeit von Maßnahmen, die als Reaktion auf die Beziehung zum Lieferanten erforderlich sind.
Hohe/Kritische Handlungspriorität: Zeigt an, dass die Beziehung zum Lieferanten intensiv genug ist, um die Durchführung geeigneter Präventivmaßnahmen zu rechtfertigen. Dies deutet darauf hin, dass der Erfolg solcher Maßnahmen aufgrund der Stärke der Lieferantenbeziehung wahrscheinlich ist.
Um die Bewertung von Lieferanten in Prewave zu verstehen, ist es wichtig, sich mit den Prewave-Perspektiven vertraut zu machen. Diese können an spezifische Anforderungen angepasst werden, Prewave bietet aber auch standardisierte Perspektiven, die auf Best Practices basieren:
💡 Die Bewertung spiegelt immer das Risiko eines Lieferanten in Korrelation mit der ausgewählten Perspektive wider.
Es ist möglich, kundenspezifische Perspektiven basierend auf Ihren Bedürfnissen zu erstellen.
Ereignistypen und ihre Gewichtung können angepasst werden.
Wenden Sie sich für Einzelheiten an Ihren Customer Success Manager oder den Kundensupport
Score Typ | Gewichtung | Beschreibung |
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Peer score | 30% | 15% Country risk |
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| 7,5% Industry risk |
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| 7,5% Commodity risk | Falls Commodity Risk nicht vorhanden, steigt Gewichtung von Industry Score auf 15% |
Alert score | 40% | 40% Public Alert risk |
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| 0% Private Alert Risk | Private Alerts können von Nutzern erstellt werden, haben allerdings keinen Einfluss auf den Score |
Assessment score | 20% |
| Unternehmen können Self-Assessments beantworten um diesen Score zu verbessern. Allerdings kann ein Self-Assessment den Score auch verschlechtern, falls Anforderungen nicht erfüllt werden. |
External data score | 10% |
| Diese Score-Komponente kann vom Kunden gewählt werden. Empfohlen, falls der Kunde bereits über zusätzliche Informationen oder Zertifikate verfügt und eine Veränderung verifizieren kann. Auch Scores von anderen Plattformen können eingebunden werden. Kunden können diese Scores manuell einfügen oder via API von externen Plattformen überspielen. |
Tier-N Score
| 0% | Tier-N Industry risk & Tier-N Commodity risk | Potenzielle Risiken in der vorgelagerten Wertschöpfungskette des Lieferanten, unter besonderer Berücksichtigung der Länderrisiken von Rohstoff produzierenden Nationen, gewichtet nach ihrem Anteil an den globalen Exporten. Es berücksichtigt nicht die tatsächliche Tier-n-Struktur des Lieferanten. Standardmäßig ist die Gewichtung dieser Bewertung auf 0 % festgelegt, kann aber innerhalb der Perspektive angepasst werden. |
Overall score: | 100% |
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In der Anfangsphase des laufenden Projekts erhalten alle Lieferanten automatisch eine abstrakte Risikoanalyse mit unserer Peer-Scoring-Methode. Der Peer-Score stellt die Risikobewertung eines Lieferanten basierend auf den zugehörigen Peer-Groups dar, die auf Prewave verfügbar sind, darunter Land, Industrie und Commodity. Diese Bewertung wird als Durchschnitt der Gewichtungen dieser zugrunde liegenden Peer-Groups berechnet. Um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, basiert das Länder-Peer-Scoring auf mehreren NGO-Indizes.
Anschließend wird die identifizierte Gruppe wesentlicher Lieferanten einer konkreten Risikoanalyse mit unserer Red-Flag-Screening-Methode unterzogen, um die angenommenen Risiken zu validieren. Die Prewave-KI scannt Lieferanten nach Vorfällen, die in digitalen Medien gefunden werden, und dokumentiert diese als Alerts. Der Alert-Score stellt die Gesamtmenge und -schwere der für ein Target in der ausgewählten Prewave-Perspektive generierten Alerts dar, berechnet auf der Grundlage eines gewichteten Durchschnitts der zugrunde liegenden Kategorie-Scores.
Kategorie-Scores unterscheiden zwischen verschiedenen Aspekten, die für die ausgewählte Prewave-Perspektive relevant sind. Diese Scores basieren auf den zugrunde liegenden Ereignistyp-Scores innerhalb jeder jeweiligen Kategorie.
Z.B.: In der LkSG-Perspektive umfassen diese Aspekte: Umwelt - Menschenrechte - Arbeitsrechte - Gesundheit & Sicherheit
Eventtyp-Scores sind die granulärste Form von Scores, die in Prewave angezeigt werden, wobei über 120 Eventtypen verfügbar sind. Diese Scores spiegeln die Menge und Schwere der erkannten Alerts innerhalb der letzten 24 Monate wider.
Zahlreiche Faktoren beeinflussen die Schwere eines Alerts:
Perspektive: Ein Alert kann je nach gewählter Perspektive unterschiedliche Auswirkungen auf die Bewertung haben.
Z.B.: Ein Protest könnte in der Disruption-Perspektive als hohes Risiko eingestuft werden, hat aber in der Nachhaltigkeits-Perspektive deutlich geringere Auswirkungen auf die Bewertung.
People Scope: Anzahl an betroffenen Personen
Up to 10
Up to 100
100s
1000s
10,000s
Alert Status: Indikator für Grad der Gewissheit und Bestätigung eines Ereignis
Anklage / Schuldzuweisung (Accusation / blame)
Ankündigung / Bekanntmachung (Announcement / broadcast)
Geschieht / ereignet sich (Happens / occurs)
Untersuchung / Inspektion (Investigation / inspection)
Verhandlung / Vermittlung (Negotiation / mediation)
Gerücht (Rumor / repute)
Beendet / gestoppt (Terminates / stops)
Warnung / Drohung (Warning / threat)
Event Kombination: Mehrere Ereignistypen können durch denselben Alert erkannt werden:
Z.B.: ein Umweltproblem, das sich auf Menschenrechte oder Gesundheit und Sicherheit auswirkt.
Neutralization: Neueste Ereignisse werden höher bewertet, wobei ihre Gewichtung über 24 Monate allmählich abnimmt.
Deduplication: Werden in einem kurzen Zeitraum viele Ereignisse desselben Typs festgestellt, werden nachfolgende Ereignisse desselben Typs niedriger eingestuft.
Der Gesamtscore (360°-Risikobewertung) konsolidiert alle verfügbaren Informationen und kombiniert Peer-Scores und Alert-Scores. Zusätzlich können, sofern aktiviert, der Self-Assessment-Score und der External Data Score den 360°-Risiko Score beeinflussen.
Dieser Score umfasst sowohl abstrakte als auch konkrete Risiken und bietet eine umfassende und dynamische Bewertung des Risikoprofils eines Lieferanten. Es handelt sich um einen sich ständig verändernden Wert, der von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird und durch einen nichtlinearen und gewichteten Algorithmus berechnet wird. Die wichtigsten Faktoren, die in die Berechnung einfließen, sind:
Öffentliches Medienauftreten: Die Häufigkeit von Nachrichtenartikeln über den Lieferanten, gemessen an der Anzahl der täglich erstellten Artikel.
Zeitstempel: Der Zeitpunkt des Alerts, unter Berücksichtigung, wie aktuell das Ereignis ist.
Kritikalität: Die dem Alert zugewiesene Prioritätsstufe, die seine Bedeutung und potenziellen Auswirkungen widerspiegelt.
Wiederholung: Die Häufigkeit ähnlicher Ereignisse in der Vergangenheit.
Der Bewertungsprozess wird innerhalb der spezifischen Gruppe durchgeführt, der der Ereignistyp angehört. Alle Ereignistypen innerhalb einer Gruppe werden zum Gruppenscore berechnet, und alle Gruppenscores werden zum Gesamtscore aggregiert.
Negative Scores überwiegen positive Scores, da kritischere Alerts die Gesamtrisikobeurteilung erheblich beeinflussen. Das Fehlen von Alerts führt jedoch zu einem perfekten Score von 100, der ebenfalls Teil des Bewertungsmechanismus ist. Dieser gewichtete Durchschnittsansatz stellt sicher, dass kritische Risiken hervorgehoben werden, wodurch der Score empfindlicher für schwerwiegende Probleme ist, anstatt durch zahlreiche kleinere positive Ereignisse verwässert zu werden.
Warum ist der Gruppenscore schlechter als der minimale Ereignistyp-Score?
Der Score für die Ereignisgruppe ist niedriger als der Score für die Ereignistypen, weil die Gewichtung der Alerts und die Anzahl der Alerts relevant sind. Zum Beispiel:
Es ist offensichtlich, dass Alerts für die Ereignistypen "Modern Slavery" und "Unethical labor" gefunden wurden. Nehmen wir an, dass es für den Ereignistyp "Unethical labor" 5 Alerts mit einer moderaten Gewichtung gab und für "Modern Slavery" 10 Alerts mit einer hohen Gewichtung. Das bedeutet, dass die Bewertung für den Ereignistyp "Unethical labor" (89) 5 Alerts mit moderater Gewichtung beinhaltet und die Bewertung für "Modern Slavery" (84) die 10 mit hoher Gewichtung.
Für die Bewertung der Ereignisgruppe "Human Rights" werden daher 15 Alerts mit sowohl moderater als auch hoher Gewichtung berücksichtigt, was zu einem niedrigeren Score führt als die Scores der einzelnen Ereignistypen.
Der Grund dafür ist, dass ansonsten die Scores der anderen Ereignistypen, bei denen nichts gefunden wurde, den Gesamtscore der Menschenrechte automatisch in den grünen Bereich ziehen würden, wenn immer der Durchschnitt verwendet würde.